Fußchirurgie

Die Fußchirurgie bzw. der Fußchirurg befaßt sich mit Erkrankungen und Verletzungen von Fuß und Sprunggelenk. Typische Krankheitsbilder sind: Hallux valgus („Schneiderballen“), Hallux rigidus, Hammerzehen, Krallenzehen, Plantarfaszitis („Fersensporn“), Vorfußschmerzen („Metatarsalgie“), Morton Neurom, Osteochondrale Läsion am Talus, Sprunggelenksinstabilität, Sprunggelenksarthrose und Knick-Senkfuß. Häufige Verletzungen sind u.a. Risse der Achillessehne sowie Bandverletzungen am Sprunggelenk. Daneben treten Knochenbrüche im Bereich der Zehen und Mittelfußknochen häufig, im Bereich des Fersen- und Sprungbeins eher selten auf. Die Behandlung am Fuß kann oft nicht-operativ erfolgen. Hierbei ist neben lokalen Infiltrationen und orthetischer Versorgung vor allem die orthopädische Maßfußbettung (oft auch mit spezieller Schuhzurichtung) von besonderer Bedeutung. In manchen Fällen kann nur durch eine Operation langfristige Beschwerdelinderung erreicht werden. Dabei muß die gewählte Operationstechnik speziell auf die individuellen Anforderungen und Bedürfnissen der Patienten abgestimmt werden.

Unser Fuß setzt sich aus 26 Einzelknochen, 24 Muskelgruppen und etwa 2 Dutzend Einzelgelenken zusammen.

Störungen des komplexen Zusammenspiels der einzelnen Bewegungssegmente können zu Beeinträchtigungen des Gangbildes und Schmerzen beim Gehen und Stehen führen. Weiters kann es zu wiederkehrenden Schwellungen, Druckstellen mit Wundheilungsstörungen oder Instabilitätsempfindungen kommen.

Häufige Ursachen für Fußschmerzen sind:

  • Fehlstellungen: Zum Beispiel der Hallux valgus , die Hammerzehe oder der Knick-Senkfuß verlaufen über Jahre voranschreitend und führen im Verlauf oft zu Schmerzen. Eine Erstbehandlung mittels Orthesen bzw. orthopädietechnischer Massfußbettung ist oft im Anfangsstadium wirksam. Im späteren Verlauf ist in vielen Fällen jedoch nur durch eine korrigierende Operation, die teilweise minimal-invasiv erfolgen kann, andauernde Beschwerdeerleichterung zu erzielen.
  • Arthrose: Abnützungen des Gelenkknorpels (=Arthrose) können durch chronische Überlastung oder vorhergehende Verletzungen hervorgerufen sein. Arthrosen des Sprunggelenks sowie des Großzehengrundgelenks (=Hallux rigidus) sind häufige Krankheitsbilder die zu Schmerzen und Schwellungen führen. Die notwendige Behandlung richtet sich vor allem nach dem Grad der Abnützung und den dadurch verursachten Schmerzen. Anfangs können gezielte Infiltrationen der Gelenke verbunden mit einer geeigneten Schuhzurichtung und Ausschöpfung aller lokalen Therapieformen ausreichend sein. Bei anhaltenden Beschwerden bei Hallux rigidus oder Sprunggelenksarthrosen kann im Verlauf eine operative Versorgung angezeigt sein, wobei dafür eine Reihe von erfolgversprechenden Technikenzur Anwendung kommen können.

  • Entzündungen der Sehnenansätze (Enthesopathien): Umgangssprachlich als "Fersensporn" bezeichnet, bereiten Entzündungen der Sehnenansätze der Plantarfaszie (Plantarfaszitis) oder der Achillessehne sehr häufig Beschwerden. Manchmal kann auch eine knöcherne Auflagerung am Fersenbein (Haglund Exostose) die Beschwerden mit verursachen. Die Behandlung gelingt fast ausschliesslich ohne Operation (z.B. durch lokale Infiltrationen, stützende Massfußbettung, gezielte Physiotherapie, ...) und führt in den meisten Fällen zu nachhaltiger Beschwerdebesserung.
  • Nervenkompressions Syndrome: Engpaß-Syndrome von Nerven im Fußbereich (z.B. Morton Neurom, Tarsaltunnelsyndrom) sind neben typischer Schmerzen oft auch durch Verminderung der Berührungsempfindlichkeit (Sensibilitätsstörungen) gekennzeichnet. In der Diagnostik wegweisend sind die Beschwerden der Patienten. Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen liefern hier nur unzureichende Genauigkeit, können jedoch unterstützend herangezogen werden. Nach Sicherung der Diagnose hat sich die operative Entlastung der komprimierten Strukturen als erfolgreichste Behandlungsmethode etabliert.
  • Begleiterkrankungen: Da Diabetes mellitus oftmals mit Empfindungsstörungen (Neuropathie) und Durchblutungsstörungen (Angiopathie) der Füße kombiniert ist, können chronische und schlecht heilende Druckstellen und Wunden entstehen (=diabetisches Fusssyndrom). Neben genauer Blutzuckereinstellung ist vor allem die optimale orthopädietechnische Versorgung maßgebend für den langfristigen Erhalt des Fußes. In Fällen wiederholter Infektionen und chronischer Wunden können auch korrigierende Operationen angezeigt sein.
  • Verletzungen: Ein- und Abrisse der Achillessehne und Verletzungen des Sprunggelenks sind die häufigsten Bandverletzungen im Freizeitbereich. Die Behandlung richtet sich nach dem Verletzungsmuster und dem Lokalbefund und muß individuell auf die Ansprüche und Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden. Operative Verfahren sollten nach Möglichkeit gewebeschonend minimal-invasiv durchgeführt werden, um das Risiko von Wundheilungsstörungen zu senken.
  • Behandlung

    Für die Sicherung der Diagnose hat die körperliche Untersuchung entscheidende Bedeutung. Zusätzlich sind meist im Stehen aufgenommene Standardröntgen erforderlich. Bei Bedarf kommen Spezialuntersuchungen wie z.B. Ultraschall, Magnetresonanztomographie, Nervenleitgeschwindigkeitsmessung und Ganganalyse zur Anwendung.

    Die meisten Beschwerden am Fuß können durch Ausschöpfen dernicht-operativen Therapien behandelt werden. Unter anderem kommen Infiltrationen, Elektrotherapie/transkutane elektrische Nervenstimulation, Repuls/kaltes Rotlicht und Stoßwellenbehandlung zum Einsatz. Von besonderer Bedeutung ist oft die Versorgung durch einen orthopädischen Schuhmacher.

    Einige Erkrankungen des Fußes sind nur durch eine Operation nachhaltig zu verbessern. Hierbei werden offene, gedeckte (minimal-invasiv) oder auch arthroskopische ("Gelenksspiegelung") Techniken angewandt.